Geht los!

6. April 2010

Tagestext: Johannes 20,19-23

»Shalom!«, sagte der Auferstandene, als sei er nur mal eben kurz weg gewesen. Damit die Freunde den Schock seines unvermittelten Auftauchens verkraften konnten, ließ Jesus sich begutachten. Er zeigte ihnen, dass er kein Gespenst war, obwohl er durch die verschlossenen Türen ihres Zufluchtsorts nicht abgehalten werden konnte.
Über den alltäglichen Friedensgruß ging Jesus aber bei dieser Begegnung noch einen großen Schritt hinaus. Er hauchte die Jüngerschaft mit dem Atem Gottes an und verlieh seiner entstehenden Gemeinde den heiligen Geist: »Ihr seid jetzt meine Stellvertretung in der ganzen Welt.«

Ausgerechnet die

5. April 2010

Tagestext: Johannes 20,11-18

Maria aus Magdala traute sich ins leere Grab hinein, als Simon Petrus und Johannes von dort wieder in ihr Jerusalemer Quartier zurück gegangen waren. Sie war fix und fertig mit der Welt von diesen bestürzenden Ereignissen am frühen Morgen. Betend, zitternd und mit verheulten Augen nahm sie im Grab eine Erscheinung wahr, die sie nachher als Engel identifizierte. Aber dabei blieb es nicht. Der Auferweckte selbst zeigte sich der Frau und schickte sie zu den Männern. Sie sollten aus ihrem Mund hören, dass er sich auf den Weg zurück zum gemeinsamen himmlischen Vater und Gott mache. Maria folgte diesem Auftrag sofort und verkündigte allen: »Der Herr hat sich mir gezeigt und er sendet mich zu euch.«

Endlich kapiert

4. April 2010

Bibellese des Tages: Johannes 20,1-10

Offiziell gibt zu unsrer Zeit niemand etwas darauf, wenn eine Frau als Zeugin auftritt. Maria aus Magdala aber brachte die Nachricht, das Grab Jesu sei leer. Wir, fassungslos, entsetzt, liefen wie die Wahnsinnigen zur Stadt hinaus. Verstört betrachteten wir das Rätsel: Ein verlassenes Grab, herumliegende Binden, das Grabtuch. - Was war da passiert?
Johannes machte sich den richtigen Reim auf das Geschehen. Er zählte zwei und zwei zusammen und kam an Ort und Stelle zum Glauben an die Auferweckung.

Ganz am Ende

3. April 2010

Als wir den geschundenen Körper unseres Freundes und Meisters von den römischen Soldaten entgegen genommen haben, war er nicht so schlimm zugerichtet, wie wir zunächst befürchten mussten. Man sah ihm natürlich das stundenlange Ersticken mit ausgereckten erhobenen Armen an, die Schläge, die Fesseln, die Nagelung und den Lanzenstich. Aber die Beinknochen hatten sie ihm nicht gebrochen. Durch diesen grauenhaften Schock brachten sie die um, die mit ihm gehenkt worden waren. Danach erst, wurden die Toten vom Holz gelöst. Jesus dagegen war ja schon zuvor gestorben. Eine Misshandlung blieb seinem Leib so immerhin erspart.
Wir wickelten ihn in Binden, benetzten die Salben und Kräuter mit unseren Tränen und bargen den Leichnam in einer naheliegenden Grabhöhle.
Dann begann für jeden von uns ein hoffnungslos trauriges Passa.

Bibellese dazu: Johannes 19,31-42

Leben durch Sterben

2. April 2010

Die Verurteilten trugen ihre Hölzer zum Richtplatz vor der Mauer, wo alle drei gehenkt wurden. Das Urteil, das dem Nazarener umgehängt worden war, hatte das Gericht ausnahmsweise dreisprachig ausgefertigt. Das schien uns bedeutsam, darum hefteten wir es an sein Kreuz. Dort erregte es die passende Aufmerksamkeit. Die Habseligkeiten der Gekreuzigten verfielen der Mannschaft. Von den vereinzelten Anhängern der Delinquenten ging zu keiner Zeit eine Gefahr für die öffentliche Ordnung aus. Sie stützten sich untereinander, ohne eine drohende Haltung gegenüber anderen einzunehmen. Der Nazarener unter den Hingerichteten verhielt sich wie ein Streiter, der mitten im Getümmel die Ordnung aufrecht erhält.
Zenturio Menor

Siehe, dein König!

1. April 2010

Wir hatten den Auftrag, für die Sicherheit der Abgesandten des Hohen Rats zu sorgen. Mit den Ratsmitgliedern stand ich vor dem Amtssitz des römischen Statthalters. Drinnen wurde der in der Nacht verhaftete Jeschua aus Nazaret verhört. Pontius Pilatus hatte sich endlich ermannt, den Angeklagten schärfer anzufassen. Nachträglich erschrecke ich, wenn ich an das Zeichen denke, das uns der Römer da vor Augen stellte: Gekrönt und im königlichen Purpur trat der Geschundene heraus. Doch wir sahen nur die Striemen, das Blut, den vermeintlich überführten Gotteslästerer. Der Mann schien den Verantwortlichen eine Gefahr für Frieden und Freiheit im Land zu sein. Mit Hilfe der Besatzer musste diese Bedrohung endlich ausgeschaltet werden. Zu diesem Zweck war man bereit, den Statthalter unter Druck zu setzen und dem Despoten in Rom zu huldigen.

König oder was?

31. März 2010

Z. Elenus an Zenturio Menor -
Werter Freund, der jüdische Weise, den ihr festgenommen und dieser religiösen Obrigkeit da übergeben hattet, ist ein schwer verständlicher Mensch. Wir haben ihn am Prätorium übernommen, weil die Ankläger nicht das Haus des Statthalters betreten wollten. Er sollte sich zu der Anklage des Hochverrats durch seine Landsleute äußern. Statt sich geschickt herauszureden, ließ sich der Nazarener auf eine philosophische Auseinandersetzung mit dem Präfekten ein. Aber Pilatus hatte keine Lust, weder zu weitschweifigen Betrachtungen noch zu einem schnellen Urteil. Doch er wurde den Menschen nicht los. Alles Taktieren half P.P. nichts. Die Ankläger draußen gaben nicht nach. Die Versammelten verlangten im Gegenteil von ihm, seine jährliche Fest-Amnestie auf einen Terroristen anzuwenden, statt auf den harmlosen Religionslehrer.

Draußen vor der Tür

30. März 2010

Mein lieber Hilkia, dieses Briefchen lasse ich Dir schreiben, weil es in Jerusalem täglich wichtige Neuigkeiten gibt: Du hast von dem Schriftkundigen Jeschua gehört, der von Galiläa heraufgezogen ist und auf den Straßen und Plätzen, auf dem Land und in der Stadt gelehrt hat. Er wurde festgenommen - und ich war dabei. Wir brachten den Mann vor den Rat, wo ihn der Hohepriester verhörte. Einer seiner Kumpane war so mutig, sich in unseren Wachhof zu schleichen. Ich bewunderte ihn im Stillen dafür. Aber er war auch schlau. Als ich ihn darauf angesprochen habe, dass er bei der Verhaftung dabei gewesen sei, wies er es von sich. Dabei habe ich ihn wieder erkannt. Er hatte als einziger Widerstand geleistet. Mit seinem Schwert schlug er nach Malchus und verletzte ihn am Ohr.

Alles im Griff

29. März 2010

Bibeltext für den Tag: Johannes 18,1-11

Bericht des Zenturio Menor:
Unsere Abteilung wurde von der jüdischen Religionsbehörde angefordert, um einen vermutlichen Unruhestifter festzunehmen. Einige Kräfte der Behörde begleiteten uns unter der Führung eines Bevollmächtigten namens Malchus. Diese hatten einen Angeworbenen bei sich, der den Aufenthaltsort des Gesuchten kannte.
Wir trafen noch im Dunkeln die ermittelte Person in einem Olivenhain an. Scheinbar ohne Scheu trat uns der Mann aus Nazaret entgegen. Er stellte sich gleichsam selbst. Soweit ich dem Wortwechsel zwischen ihm und den jüdischen Abgesandten folgen konnte, verlangte der Gesuchte, dass seine Begleiter geschont würden. Gegen sie lag auch keine Anzeige vor. Allerdings kam es dennoch zu einem Handgemenge. Einer der Männer aus dem Umfeld des Verhafteten zog blank, hieb mit seinem Gladius auf den Helm des Malchus und verletzte diesen am Ohr.
Der Nazarener griff jedoch schnell und wirkungsvoll ein. Er stoppte die Attacke, wies den Angreifer zurecht und schickte seine ganze Gefolgschaft weg.
Ohne weitere Zwischenfälle erreichten wir das Hafthaus. Dort übergaben wir den Delinquenten an die religiösen Autoritäten.

29. März 2010

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